Beitrags-Archiv für die Kategory 'Venture Capital'

Unternehmensbewertung: Venture Capital Methode

Freitag, 3. Februar 2012 12:19

Die Venture Capital-Methode (VC-Methode) wurde erstmals 1987 von Professor Bill Sahlman an der Harvard Business School beschrieben. Sie stellt eine nützliche Methode zur Ermittlung des Unternehmenswertes eines Startup-Ventures vor Einstieg eines VC-Investors dar (Pre-Money). Basis ist hierbei das Liquiditätsergebnis beim geplanten Exit aus Sicht des Kapitalgebers. Hierbei wird der Unternehmenswert zurückgerechnet aus dem geplanten Exit-Erlös beim Verkauf oder Börsengang und der vom Kapitalgeber erwarteten Rendite zwischen dem Zeitpunkt des Einstiegs und der Veräusserung. In Abhängigkeit der Risikoeinschätzung, liegt die erwartete Rendite zumeist zwischen 25% und 100% IRR (Internal Rate of Return).

In einem ersten Schritt wird der zu erwartende Exit-Erlös ermittelt. Hierbei wird auf Basis eines Businessplanes und der enthaltenden Kennzahlen wie Umsatz, EBIT, EBITDA etc. die Grundlage für die Verwendung des Multiplikatoren-Verfahrens gelegt. Die gewählte Kennzahl, z.B. das erwartete EBIT zum Zeitpunkt einer möglichen Veräußerung in 5 oder 8 Jahren, wird mit einem für das Start-Up üblichen Branchen- bzw. Transaktionsmultiplikator multipliziert und so der mögliche Exit-Erlös ermittelt.

In einem zweiten Schritt wird der zukünftige Wert des Investments des Investors auf Basis der erwarteten Rendite im Rahmen der Zinseszinsrechnung errechnet. Die Höhe der Beteiligung am Unternehmen seitens des VC-Investors ergibt sich zum Schluss aus dem zukünftigen Wert des Investments dividiert durch den ermittelten, zukünftigen Unternehmenswert.

Beispiel:
- Unternehmen aus dem Bereich Software
- Geplanter Umsatz in 5 Jahren: 5,0 MEUR bei einem EBIT von 1,25 MEUR (25%)
- Branchenmultiplikator: Umsatz 2,5x bzw. EBIT 10x
- Erwartete Rendite des Investors 25% p.a.
- Benötigtes Investment: 500 TEUR

a.) geplanter Verkauf- bzw. Exiterlös: 12,5 MEUR (10xEBIT bzw 2,5xUmsatz)
b.) zukünftiger Wert des Investments: 1,525 MEUR (500 TEUR x 25% p.a.)
c.) Höhe der Beteiligung: ca. 12% (1,525 x 100 / 12,5)

Die Bewertung des Unternehmens liegt damit vor Einstieg des Investors (Pre-Money) bei 3,66 MEUR bzw. nach Einstieg (Post-Money) bei einer Bewertung von 4,16 MEUR.

Weitere Erläuterungen und Beispiele zu den wesentliche Vertragsbestandteile in einem Beteiligungsvertrag finden Sie hier sowie in der Rubrik Venture Capital.

KP TECH Corporate Finance berät Start-up Unternehmen im Bereich Venture Capital Finanzierung sowie der Erstellung von Businessplänen und der Ansprache von Venture Capital Gebern und der Verhandlung sowie Strukturierung von Venture Capital Beteiligungen. Kontaktieren Sie Dirk Middelhoff, Director der KP TECH unter direkt Telefon +49 (0) 69 713786-25 oder per E-Mail: middelhoff „[at]“ tech-corporatefinance.de (bitte „[at]“ durch @ ersetzen da Spamschutz)

Muster und Beispiele zu Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDA), Absichtserklärungen (Letter of Intent, LOI, Term Sheet, Head of Agreement, HoA, Memorandum of Understanding, MoU) sowie Due Diligence Checklisten, Vertragsbeispiele für einen Share-Deal, Asset-Deal oder einer Beteiligungsvereinbarung sowie Beispiele für spezielle Regelungen wie Meilensteine, Zusicherungen und Garantien (Warranties and Guaranties) oder Earn-Out Regelungen erhalten Sie auf Anfrage unter: middelhoff „[at]“ tech-corporatefinance.de (bitte „[at]“ durch @ ersetzen da Spamschutz).

Thema dieses Artikels: Unternehmensbewertung Venture Capital Methode

Thema: Allgemein, Unternehmensbewertung, Unternehmensfinanzierung, Venture Capital | Kommentare (0) | Autor:

KP TECH Analyse: 15% Anstieg europäischer M&A Transaktionen im Technologiesektor in 2011

Freitag, 13. Januar 2012 13:59

Die Zahl der Unternehmensübernahmen im Technologiesektor in Europa stieg im Jahr 2011 um mehr als 15% im Vergleich zum Vorjahr 2010. In absoluten Zahlen fanden 3.076 M&A Transaktionen statt; im Vorjahr waren es 2.672. Der Wert aller Akquisitionen stieg von 139 Mrd. US$ im Jahr 2010 um mehr als 60% auf 225 Mrd. US$ in 2011. Die Zahl der Börsengänge stieg ebenfalls von 35 im Jahr 2010 auf 54 im zurückliegenden Jahr 2011. Die Anzahl der Transaktionen lag im 4. Quartal 2011 mit 792 leicht über denen des Vorquartals Q3 2011 mit 763. Das Volumen der Transaktionen lag im 4. Quartal jedoch mit insgesamt 33,9 Mrd. US$ mehr als 30% unter dem Volumen des 3. Quartals mit insgesamt 49,8 Mrd. US$.

Die Anzahl der Transaktionen mit Beteiligung von Unternehmen aus Nordamerika lag im 4. Quartal 2011 bei insgesamt 95 und damit bei ca. 12% aller Transaktionen. Ebenfalls Unternehmen aus Deutschland und Großbritannien traten im Vergleich zum Quartal des Vorjahres 2010 verstärkt als Käufer im Q4 2011 auf. So lag die Zahl der Transaktionen mit Beteiligung von Unternehmen aus Großbritannien im letzten Quartal des Jahres 2011 bei 211 und damit nur leicht unter dem Wert von 228 Transaktionen im Q3 2011. Eine leicht ansteigende Tendenz gab es im letzten Quartal ebenfalls bei Käufern aus Spanien, Italien und Griechenland.

Insgesamt drei Bereiche konnten 2011 eine deutlich steigende Anzahl von M&A Transaktionen verzeichnen. So stieg die Anzahl von Akquisitionen im Software Bereich um 20% im Vergleich zum Vorjahr 2010. Auch das Segment IT Services verzeichnete einen Anstieg um fast 11% auf 734 Transaktionen im Gesamtjahr 2011. Im Vorjahr 2010 waren es noch 662 Transaktionen. Im größten Sektor Content und Media stieg die Anzahl der Transaktionen auf 909 im Gesamtjahr 2011; ein Anstieg um 14% gegenüber dem Vorjahr 2010.

Mit einem Anteil von 51%, stellten nicht börsennotierte Unternehmen im Technologiesektor in Europa im vierten Quartal 2011 den größten Käuferkreis dar. Nicht börsennotierte Unternehmen führten im Q4 2011 über 500 M&A Transaktionen durch, gefolgt von mehr als 180 Transaktionen von Unternehmen die im Rahmen eines Divestments (Verkauf von Randaktivitäten) veräußert wurden. Die Zahl der Exits von Venture Capital und Private Equity Firmen lag im Q4 2011 bei 54 damit leicht unter dem Vorquartal Q3 2011.

Weitere Details nach einzelnen Technologie-Sektoren und die Entwicklungen über die Quartale und Jahre stellen wir unseren Kunden im Rahmen von Beratungsprojekten im Bereich Unternehmensverkauf, Unternehmenskauf, Erstellung einer Unternehmensbewertung sowie bei Venture Capital und Private Equity Transaktionen zur Verfügung.

Kontaktieren Sie Dirk Middelhoff, Director der KP TECH unter Telefon direkt +49 (0) 69 713786-25 oder per E-Mail: middelhoff „[at]“ tech-corporatefinance.de (bitte „[at]“ durch @ ersetzen da Spamschutz)

Thema: Allgemein, Analysen, Private Equity, Venture Capital | Kommentare (0) | Autor:

FASTech 50: Die innovativsten Venture Capital finanzierten Start-Ups aus den USA im Jahr 2011

Freitag, 2. Dezember 2011 9:45

VentureWire´s FASTech 50: Die innovativsten Venture Capital finanzierten Start-Ups aus den USA im Jahr 2011

Das US-Magazin VentureWire hat die innovativsten, Venture Capital finanzierten Start-ups in den USA im Jahr 2011 ausgewählt. Die Auswahlkriterien waren:

  • Haupsitz in den USA
  • Unternehmensanteile befinden sich in Privatbesitz (keine Börsennotierung)
  • Das Produkt oder die Dienstleistung wurden vor weniger als drei Jahren auf den Markt gebracht
  • und am wichtigsten: das Start-up Unternehmen soll eine Innovation auf den Markt gebracht haben, welche bisherige Methoden oder Technologien radikal verändert.

Die nachfolgende Tabelle gibt Unternehmen einen guten Eindruck, welche Themen bei Venture Capital Gesellschaften gerade “in” sind und welche Venture Capital Geber in den USA aktiv in Start-up´s im Jahr 2011 investiert haben.

Nachfolgend in alphabetischer Form die 50 innovativsten und Venture Capital finanzierten Start-up Unternehmen der USA im Jahr 2011 (Quelle: VentureWire):

Firma Sitz Gründung  Sektor Investoren
AirStrip
Technologies 
San Antonio, TX 2004 Medical Software Sequoia Capital
Alpine
Data Labs 
San Mateo, CA 2010 Software Mission Ventures, Sierra Ventures
Apptio  Bellevue, WA 2007 SaaS Andreessen
Horowitz, Cisco Systems, Greylock Partners, Ignition Partners, Madrona
Venture Group, Shasta Ventures
Aryaka Milpitas, CA 2008 Cloud Mohr Davidow
Ventures, Nexus Venture Partners, Stanford University, Trinity Ventures
Authentic8  Mountain View, CA 2009 Software Foundry Group, Merus Capital
Avere
Systems 
Pittsburgh, PA 2008 Data storage Menlo Ventures,
Norwest Venture Partners, Tenaya Capital
Bluefin
Labs 
Cambridge, MA 2008 Software Kepha Partners,
Lerer Ventures, National Science Foundation, Redpoint Ventures
BlueStacks  Campbell, CA 2008 Software Ignition Partners, Radar Partners,
Andreessen Horowitz, Helion Venture Partners, Redpoint Ventures
BranchOut  San Francisco, CA 2010 Social network Accel Partners,
Floodgate, Norwest Venture Partners, Redpoint Ventures
BrightTag  Chicago, IL 2009 Software Epic Ventures,
Illinois Innovation Accelerator Fund, New World Ventures, TomorrowVentures
Bump
Technologies
Mountain View, CA 2008 Mobile services Andreessen
Horowitz, Felicis Ventures, Sequoia Capital, Sherpalo Ventures, SV Angel, Y
Combinator
Castlight
Health 
San Francisco, CA 2008 Medical SaaS Cleveland Clinic
Foundation, Fidelity Growth Partners Europe, Maverick Capital, Morgan Stanley
Investment, Oak Investment Partners, U.S. Venture Partners, Venrock, Wellcome
Trust
Chomp  San Francisco, CA 2009 Mobile BlueRun Ventures, SV Angel
Connected  San Francisco, CA 2009 Social network 500 Startups,
Ignition Partners, Trinity Ventures
Corduro  Southlake, TX 2008 Mobile payments Google Ventures
Couchbase  Mountain View, CA 2009 Software development Accel Partners,
Mayfield Fund, North Bridge Venture Partners
DataXu  Boston, MA 2007 Software Atlas Venture,
Flybridge Capital Partners, Menlo Ventures
Dicom
Grid 
Phoenix, AZ 2005 Medical software Canaan Partners,
CHL Medical Partners
DotCloud  San Francisco, CA 2010 Software development Benchmark
Capital, Trinity Ventures, Y Combinator
Doximity  San Mateo, CA 2011 Medical service Emergence Capital
Partners, InterWest Partners
EnergyHub  Brooklyn, NY 2007 Electronics & computer
hardware
.406 Ventures,
NYS Energy Research & Develop Authority, Physic Ventures
Factual  Los Angeles, CA 2007 Business services Andreessen
Horowitz, Felicis Ventures, Founder Collective, GRP Partners, Index Ventures,
Miramar Venture Partners
FindTheBest.com  Santa Barbara, CA 2009 Consumer services Kleiner Perkins Caufield &
Byers
Flipboard  Palo Alto, CA 2010 Digital media Comcast Ventures, Index Ventures,
Insight Venture Partners, Kleiner Perkins Caufield & Byers, SV Angel
Funzio  San Francisco, CA 2010 Mobile gaming IDG Capital
Partners, IDG Ventures SF
Gogii  Marina del Ray, CA 2007 Mobile services GRP Partners,
Kleiner Perkins Caufield & Byers, Matrix Partners
Greplin  San Francisco, CA 2010 Consumer services Sequoia Capital,
Founder Collective, Lerer Ventures, SK Telecom Ventures, SV Angel
Inkling  San Francisco, CA 2009 Education Felicis Ventures,
Pearson, Sequoia Capital, Sherpalo Ventures
Kiip San Francisco, CA 2010 Mobile advertising Crosslink
Capital, Hummer Winblad Venture Partners, True Ventures, Venture51 Capital
Fund
Knewton  New York, NY 2008 Education Accel Partners,
Bessemer Venture Partners, First Round Capital, FirstMark Capital
Lookout
Mobile Security
San Francisco, CA 2007 Mobile security Accel Partners,
Index Ventures, Khosla Ventures, Trilogy Equity Partners
Lytro Mountain View, CA 2006 Consumer electronics Andreessen
Horowitz, Greylock Partners, New Enterprise Associates, K9 Ventures
Matrixx
Software
Mountain View, CA 2009 Software Greylock Partners, Tugboat
Ventures
Nimble
Storage
San Jose, CA 2007 Data storage Accel Partners,
Lightspeed Venture Partners, Sequoia Capital
Nutanix Santa Clara, CA 2009 Data storage Blumberg Capital,
Lightspeed Venture Partners
Oblong
Industries
Los Angeles, CA 2007 Hardware Foundry Group
Peel
Technologies
Santa Clara, CA 2009 Mobile services Harrison Metal
Capital, Lightspeed Venture Partners, Redpoint Ventures
Scale
Computing
Indianapolis, IN 2010 Data storage Benchmark
Capital, Blue Chip Venture Company, CID Capital, Northgate Capital, Scale
Venture Partners, Spring Mill Venture Partners
Schooner
Information
Sunnyvale, CA 2007 Data storage CMEA Ventures,
Menlo Ventures, Redpoint Ventures
Sencha Palo Alto, CA 2007 Software development Radar Partners, Sequoia Capital
Shopkick Palo Alto, CA 2009 Mobile advertising Greylock Partners, Kleiner Perkins
Caufield & Byers, SV Angel
Silver
Tail Systems
Palo Alto, CA 2008 Security software In-Q-Tel,
Leapfrog Ventures, Seraph Group, Startup Capital Ventures
Smartling New York, NY 2009 Business services Felicis Ventures,
First Round Capital, U.S. Venture Partners, Venrock
SocialShield San Mateo, CA 2009 SaaS U.S. Venture
Partners, Venrock
Taykey New York, NY 2008 Business services Sequoia Capital
TellApart Burlingame, CA 2008 Business services Bain Capital
Ventures, Greylock Partners, SV Angel
Translattice Santa Clara, CA 2008 Data storage DCM
Yammer San Francisco, CA 2008 Business services Charles River
Ventures, Emergence Capital Partners, The Founders Fund, U.S. Venture
Partners
Zendesk San Francisco, CA 2007 SaaS Benchmark
Capital, Charles River Ventures, Matrix Partners

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Thema: Venture Capital | Kommentare (0) | Autor:

Verbesserung der Deal Terms für Gründer bei VC-Finanzierungen

Samstag, 15. Oktober 2011 10:19

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Auswertung der  m law group  im Rahmen des VC Deal Term Report 2011. Auch bleiben Eigenkapitalfinanzierungen (Barkapitalerhöhung plus Zuzahlung in die freie Kapitalrücklage der Gesellschaft) mit 84% die häufigste Finanzierungsstrukturierung. Bei den Finanzierer entfielen 25% der untersuchten Transaktionen auf sog. Corporate Venture Gesellschaften. An 30% der Finanzierungsrunden waren ausländische VC Investoren und Gesellschaften beteiligt. Dieses betrifft vor allem die späteren Phasen im Rahmen von 2. und 3. Runden.

Founder Vesting Regelungen sind weiterhin vor allem in der Seed Phase weit verbreitet. 65 % aller untersuchten Seed Finanzierungen, 56% aller Serie A Finanzierungen und 33% aller Post Serie A Finanzierungen enthielten derartige Founder Vesting Klauseln. 56% aller Founder Vesting Klauseln enthielten darüber hinaus eine sog. Good Leaver und/oder Bad Leaver Regelung. Nur 44% der untersuchten Transaktionen enthielten keine solche Regelung. In 95% aller vorhandenen Bad Leaver Vereinbarungen war ein niedrigerer Veräußerungspreis und in 5% eine höhere Anzahl der abzugebenden Anteile die Folge eines Ausstiegs.

Erstmalig wurde im Rahmen der Erhebung durch die m law group auch nach einem Investorensitz im Aufsichtsrat oder Beirat gefragt. Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass in 93% der Fälle ein solches Gremium bereits vorhanden oder mit der Finanzierungsrunde eingeführt wurde. In 100% der analysierten Transaktionen hatte der Investor das Recht, einen Vertreter in dieses Gremium zu entsenden.

Im Vergleich zur Ausgabe des VC Deal Term Report 2010 zeigt der Term Report 2011, so das Fazit der Studie und der m law group, dass sich bei einigen Vereinbarungen die Ausgestaltung leicht zu Gunsten der Gründer verbessert hat.

Weitere Erläuterungen und Beispiele zu den wesentliche Vertragsbestandteile in einem Beteiligungsvertrag finden Sie hier sowie in der Rubrik Venture Capital.

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Thema: Allgemein, Unternehmensbewertung, Unternehmensfinanzierung, Venture Capital | Kommentare (0) | Autor:

Secondary Transactions als Veräusserungsszenario

Freitag, 12. August 2011 22:39

Eine zentrale Grundlage von Private-Equity-Investments liegt in dem gewünschten begrenzten Investitionszeitraum durch das Beteiligungsunternehmen. In der Praxis heisst dass, die Beteiligungsgesellschaften streben in der Regel keine dauerhafte (Investitions)Beziehungen an, sondern verstehen sich zumeist als ein (Finanz)Partner auf Zeit. Am Ende einer solchen Investitionsdauer steht daher die Veräusserung. Hierfür stehen dem Beteiligungsunternehmen unterschiedliche Möglichkeiten zur Veräusserung eines Portfoliounternehmens zur Verfügung:

  • Initial Public Offering“ (IPO) d.h. der Börsengang des Portfoliounternehmens
  • Trade-Sale“  d.h. der Verkauf an einen strategischen Investor
  • Buy-Back“  d.h. der Rückkauf der Anteile durch den oder die Alteigentümer bzw. Gründer
  • Secondary Buyout“  d.h. Verkauf an einen weiteren Finanzinvestor
  • Liquidation“  d.h. bei Totalverlust des Investmets die Insolvenz

Eine besondere Bedeutung kommt durch die Entwicklung der letzten Jahre dem Segment der Secondary Buyouts zu. Der Secondary Buyout beschreibt den Verkauf von Eigenkapitalanteilen eines Unternehmens von einem Finanzinvestor an einen neuen Finanzinvestor. Im Jahr 2002 spielten Secondary Buyouts als Exit-Methode mit ca. 2 Prozent der Transaktionen eine eher untergeordnete Rolle. Das Volumen des weltweiten Fundraising von Secondary Fonds lag 2002 bei 5,2 Mrd. US$. Die Anzahl und das Volumen hat in den letzten Jahren jedoch zugenommen und so wird im aktuellen Jahr 2011 nach den Angaben von Prequin das Volumen des Fundraising von Secondary Fonds bei 13,1 Mrd. US$ liegen. Im ersten Quartal 2011 wurden laut Analyse des Centre for Management Buy-Out Research (CMBOR) 29 sog. Secondary Buyout Transaktionen mit einem Transaktionsvolumen von 5,5 Mrd. EUR abgeschlossen. Secondary Buyouts machten damit 48% aller Deals in der Branche aus.

Aus der spezielle Spezifika von Secondary Buyout Transaktionen ergeben sich für den Käufer und Verkäufer unterschiedliche Vor- und Nachteile. Aus Sicht des Käufers sprechen folgende Punkte für einen Secondary Buyout:

  • Strukturiertes Unternehmen d.h. das Unternehmen besteht bereits, es agiert am Markt, wesentliche Entwicklungsschritte sind vollzogen
  • Fortbestand des Managements meist gesichert d.h. auch mit einem Eigentümerwechsel finden keine direkten Änderungen statt
  • Ausschöpfung von Wachstumspotenzialen, die der alte Investor ggf. bisher nicht realisieren konnte (Investitionsmangel etc.)
  • Hohe Transaktionssicherheit und geringes Konfliktpotenzial

Aus Sicht des Verkäufers sprechen folgende Punkte für einen Secondary Buyout:

  • Alternativer Exit-Kanal in “schwierigen” Umfeldern und Zyklen z.B. für Börsengänge (IPO) etc.
  • Porfoliofirmen die aufgrund ihrer Größe für einen Börsengang oder eine internationale Ansprache von Interessenten nicht in Frage kommen
  • Sofort vollständiger Exit zumeist ohne Earn-Out Regelungen ggf. gegen Besserungsschein o.ä. Regelungen etc.
  • Möglichkeit eines Ausstiegs wenn keine Wertsteigerungen mehr zu erwarten sind bzw. nicht initiiert werden können (Investitionsmangel)

KP TECH Corporate Finance: Als inhabergeführte und unabhängige Managementberatung hat sich KP TECH Corporate Finance auf die Mergers & Acquisitions Beratung spezialisiert. Unsere Kunden profitieren von mehr als 12 Jahren Erfahrung in der internationalen Corporate Finance Beratung.  Schwerpunkte unserer Beratung sind die Themen: Venture-Capital, Private Equity, Secondary Transactions, IPO-Beratung, Unternehmensverkauf, Unternehmenskauf, Unternehmens-bewertung, Unternehmensnachfolge,  MBO und MBI.

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Thema: Allgemein, Private Equity, Unternehmensverkauf/ Unternehmenskauf, Venture Capital | Kommentare (0) | Autor: