Beitrags-Archiv für die Kategory 'Venture Capital'

Muster und Beispiele zu Verträgen und Vereinbarungen beim Unternehmenskauf, Unternehmensverkauf, Private Equity oder Venture Capital

Montag, 20. Januar 2014 10:00

Erfolgreiche Fusionen, Akquisitionen (M&A) und auch Divestments (Verkäufe von Geschäftsteilen) aber auch die Aufnahme von Venture Capital oder Private Equity, stärken in vielen Fällen ein Unternehmen auf lange Sicht. So dienen diese Aktivitäten zumeist zur Verbesserung des operativen Ergebnisses, erweitern die Fähigkeiten und Kompetenzen eines Unternehmens, stärken Kundenbeziehungen und ermöglichen zumeist den Ausbau von Kunden- und Marktsegmenten und dienen damit dazu, die Unternehmensstrategie neu auszurichten oder zu adjustieren. Damit Transaktionen und Beteiligungen ein Unternehmen umfassend stärken und damit als erfolgreich bezeichnet werden können, bedarf es intensiver Vorbereitung. Ein Teilaspekt ist die Verwendung geeigneter vertraglicher Grundlagen, Checklisten und Vereinbarungen als begleitendes Instrument.

In den meisten Fällen lässt sich dabei der Prozess der Transaktion in sog. Haupt- und Nebenaktivitäten auf Basis eines Drei-Phasen-Modells in eine Vorfeld-, eine Transaktions- und eine Integrationsphase unterteilen.

Vorfeldphase

Im Bereich der sog. Vorfeldphase werden im Rahmen der Beteiligungs- oder Unternehmenstransaktion u.a. Vertraulichkeitsvereinbarungen (Confidentiality Agreement, Non Disclosure Agreement) sowie bei der Unterstützung durch Finanz- oder M&A Berater entsprechende Mandatsvereinbarungen abgeschlossen. Im Rahmen eines strukturierten Verkaufsverfahrens (Bieterverfahren) werden Verfahrensvereinbarungen u.a. über die Dauer des Bieterverfahrens (Auktion), der Prozess der strukturierten Angebotsabgabe etc. ebenfalls durch eine entsprechende vertragliche Regelung von den beteiligten Akteuren getroffen. Zum Ende der Vorfeldphase vereinbaren die Parteien zumeist entsprechende Absichtserklärungen über das Ziel der gemeinsamen weiteren Gespräche und des damit verbundenen Austausches von weiteren Unterlagen und Detailinformationen. Dieses geschieht zumeist durch einen sog. Letter of Intent (LoI). Alternative Bezeichnungen mit teilweise gleichen oder nur unwesentlich veränderten Inhalten für einen Letter of Intent sind u.a. Term Sheet (häufig bei Venture Capital oder Private Equity Transaktionen), Head of Agreement (HoA) oder Memorandum of Understanding (MoU).

Transaktionsphase

In der Transaktionsphase werden im Zuge der Detailprüfung (Due Diligence) entsprechende Anforderungslisten und Checklisten erstellt, die es dem Verkäufer erleichtern soll, die Informationen aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen, die aus Sicht des Käufers von Interesse sind. Diese Checklisten werden zumeist nach Themenbereichen in sog.  Strategic Due Diligence, Financial Due Diligence, Commercial Due Diligence, Legal Due Diligence, Market Due Diligence etc. unterteilt. In der Mitte der Transaktionsphase werden zumeist notwendige, interne Beschlüsse sowohl auf Käufer als auch auf Verkäuferseite gefasst (Gesellschafter-, Vorstands- und Aufsichtsratsbeschlüsse) und protokolliert. Dieses betrifft in den meisten Fällen, die notwendige Bevollmächtigung der Organe einer Gesellschaft, die entsprechenden Vereinbarungen über den Kauf- bzw. Verkauf oder Einstieg eines Investors zu verhandeln und die dafür notwendigen weiteren Vorbereitungen etc. zu vollziehen. Die Transaktionsphase schließt mit dem sog. Signing d.h. der Unterzeichnung des Kaufvertrages oder des Beteiligungsvertrages ab. Je nach Art der Transaktion, kann es sich bei einem Unternehmenskauf um einen sog. Share-Deal d.h. einen Anteilskaufvertrag, einen Aktienkaufvertrag oder einen Kaufvertrag über Einzelwirtschaftsgüter, einem sog. Asset-Deal handeln. Bei einem sog. Asset-Deal handelt es sich um den Kauf einzelner Wirtschaftsgüter bei dem sich der Verkäufer i.S.d. § 433 Abs. 1 BGB verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben und ihm das Eigentum an der Sache zu verschaffen. Bei einem sog. Share-Deal erfolgt der Unternehmenskauf durch Übertragung der Gesellschafterbeteiligungen vom Rechtsträger auf den Käufer im Rahmen eines Rechtskaufs. Die vorhandene Rechtsunsicherheit über eine mögliche Sachmängelhaftung des Verkäufers oder Investors im Rahmen eines Unternehmenskaufes führt in der Praxis dazu, dass die Parteien die Grundlagen und die Folgen möglicher Mängel im Rahmen des Unternehmenskaufvertrages umfassend individualrechtlich vereinbaren müssen. Dieses geschieht durch die Vereinbarung weitreichender Zusicherungen und Garantien (Warranties and Guaranties) im Unternehmenskaufvertrag bzw. im Beteiligungsvertrag und wird ebenfalls beeinflusst durch die Ergebnisse und Erkenntnisse der durchgeführten Due Diligence. Darüber hinaus enhält der Unternehmenskaufvertrag (Share Purchase Agreement bzw. SPA) zumeist Regelungen zu Kaufpreisanpassung.  Kaufpreisanpassungen werden normalerweise auf Grundlage von Referenzwerten berechnet, die in der Regel auf bestimmten Bilanzpositionen zum Stichtag der letzten geprüften Bilanz (Referenzstichtag) basieren oder auf Basis der Finanzzahlen, die Grundlage für die Transaktion sind. Hier typisch sind Regelungen und Definitionen des Nettoumlaufvermögens, der Nettofinanzverbindlichkeiten oder auch sog. cash free und debt free Vereinbarungen.

Integrationsphase

Die Integrationsphase (Post Merger IntegrationPMI) ist im wesentlichen geprägt durch die Zielsetzung, durch die Zusammenführung der Unternehmen die Markt- und Wettbewerbsposition zu verbessern. Vereinbarungen und Verträge der Akteure (Käufer, Verkäufer, Investor) werden in dieser Phase nicht mehr geschlossen. Jedoch reichen eine Vielzahl von vertraglichen Regelungen in diese Phase hinein. So finden sich oft in Unternehmenskaufverträgen sog. Earn-Out Klauseln. Earn-Out Regelungen führen fast immer zu einem variablen Kaufpreis, da dieser in seiner endgültigen Höhe von zukünftigen Ereignissen abhängt. Im Rahmen von Beteiligungsverträgen ist die Auszahlung von Teilbeträgen zumeist an die Erreichung von Zwischenzielen (Milestones) geknüpft.

Muster und Beispiele zu Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDA), Absichtserklärungen (Letter of Intent, LOI, Term Sheet, Head of Agreement, HoA, Memorandum of Understanding, MoU) sowie Due Diligence Checklisten, Vertragsbeispiele für einen Share-Deal, Asset-Deal oder einer Beteiligungsvereinbarung sowie Beispiele für spezielle Regelungen wie Meilensteine, Zusicherungen und Garantien (Warranties and Guaranties) oder Earn-Out Regelungen erhalten Sie auf Anfrage unter: middelhoff „[at]“ tech-corporatefinance.de (bitte „[at]“ durch @ ersetzen da Spamschutz)

KP TECH Corporate Finance: Als inhabergeführte und unabhängige Managementberatung hat sich KP TECH Corporate Finance auf die Mergers & Acquisitions Beratung spezialisiert. Unsere Kunden profitieren von mehr als 12 Jahren Erfahrung in der internationalen Corporate Finance Beratung.  Schwerpunkte unserer Beratung sind die Themen: Unternehmensverkauf, Unternehmenskauf, Unternehmensbewertung, Unternehmensnachfolge,  MBO, MBI, Venture-Capital, Private Equity sowie die IPO-Beratung.

Kontaktieren Sie Dirk Middelhoff, Director der KP TECH unter direkt Telefon +49 (0) 69 713786-25 oder per E-Mail: middelhoff „[at]“ tech-corporatefinance.de (bitte „[at]“ durch @ ersetzen da Spamschutz)

 

 

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Thema: Allgemein, Due Diligence, Private Equity, Unternehmensfinanzierung, Unternehmensverkauf/ Unternehmenskauf, Venture Capital | Kommentare deaktiviert | Autor:

10 Erfolgsfaktoren für die Gewinnung von Venture Capital – Venture Capital Finanzierung – Auswahlkriterien der Venture Capital Gesellschaften

Freitag, 1. März 2013 9:01

Venture Capital Finanzierung – Auswahlkriterien der Venture Capital Gesellschaften
Zehn Erfolgsfaktoren für die Gewinnung von Venture Capital im aktuellen Marktumfeld

Der Markt für Venture Capital Finanzierungen in Deutschland ist heute ein Käufermarkt. Unternehmen auf der Suche nach einer Start-up Finanzierung oder einer Wachstumsfinanzierung treffen in Deutschland auf eine relativ überschaubare Anzahl an Venture Capital Gesellschaften, welche als Beteiligungsgeber infrage kommen. Viele Venture Capital Gesellschaften haben sich auf der Frühphasenfinanzierung (Seed Venture Capital sowie Early-Stage Venture Capital) nach schlechten Erfahrungen und aufgrund von fehlenden Finanzmitteln zurückgezogen. Unternehmen, welche eine Start-up Finanzierung (Produkt ist marktreif) oder eine Wachstumsfinanzierung suchen und die “klassischen Werte” – Qualität, Substanz und Nachhaltigkeit – der “Old Economy” vorweisen können, finden auch im aktuellen Markt eine größere Zahl von sehr interessierten Venture Capital Gesellschaften. Ideen, welche ausschliesslich auf dem Papier existieren, werden derzeit fast nur noch von Business Angels finanziert. Dieser Artikel zeigt die zehn wichtigsten Kriterien von Venture Capital Gebern an zu finanzierende Unternehmen auf:

  • Qualität des Management-Teams gekennzeichnet durch: Langjährige Management Erfahrung. Erfahrung im Aufbau von Unternehmen, Führungserfahrung, umfangreiche Kontakte in der Branche (Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter), Branchenwissen. Weiterhin ist eine ausgewogene und lückenlose Zusammensetzung des Management Teams entscheidend (Experte für Produktentwicklung, Experte für den Vertrieb, Experte für Finanzen, Experte für das operative Geschäft). Wichtig ist auch die Fähigkeit des Managements, das bestehende Geschäftsmodell ständig zu hinterfragen und permanent an den Markt anzupassen – und nicht krampfhaft am Businessplan festzuhalten.
  • Echte Innovation: Ein Produkt, welches einmalig ist und aus diesem Grund einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil vorweisen kann. Diese Innovation sollte durch Patente abgesichert sein.
  • Grosses Marktpotenzial: Das Marktvolumen sollte im Bereich von >1 Mrd. EUR liegen und die geplanten Wachstumsraten sollten >30% pro Jahr betragen. Die Markteintrittsbarrieren für potenzielle Wettbewerber sollten sehr hoch sein.
  • Analyse des Wettbewerbs: Venture Capital Gesellschaften erwarten vom Management Team eine detaillierte und schonungslose Wettbewerbsanalyse zusammen mit einer SWOT-Analyse des zu finanzierenden Unternehmens.
  • Realistisches und belastbares Erlösmodell: Venture Capital Geber erwarten ein nachvollziehbares Erlösmodell, welches sich “skalieren” lässt. Unter skalieren verstehen Venture Capital Gesellschaften die Möglichkeit, ein einmal entwickeltes Produkt exponentiell schnell in immer höheren Stückzahlen zu verkaufen – bei möglichst sinkenden Stückkosten.
  • Orientierung am Kunden: Produkte sollten zusammen mit einem Pilotkunden entwickelt werden, damit nicht an deren Bedürfnissen “vorbei entwickelt wird”
  • Kosten: Vom Management Team wird ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein erwartet. Venture Capital finanzierte Unternehmen sind gezwungen (im positiven Sinne), umgehend ein detailliertes und professionelles Controlling zu implementieren, um dem Venture Capital Geber monatlich über die Finanzsituation etc. zu berichten
  • Finanzierung nach Milestones: Detaillierte Ausarbeitung der Planzahlen und Produktentwicklungsphasen, damit der Finanzierungsbedarf auf Milestones und somit auf die Erreichung konkreter Ziele abgestimmt werden kann. Die zugesagte Finanzierung wird dann Stück für Stück nach Erreichen des jeweiligen Milestones an das Unternehmen gezahlt
  • Professioneller Businessplan und professionelle Erstpräsentation: Der Businessplan ist die Visitenkarte und sollte den heutigen Standards – inhaltlich wie optisch – entsprechen. Das Management Team sollte sich auf die erste Vorstellung bei interessierten Venture Capital Gebern professionell vorbereiten und den Ablauf “üben”. Nichts ist für Venture Capital Geber uninteressanter als lange Monologe des Management Teams, anstatt kurz und knapp auf den Punkt zu kommen. Auch sollten alle Mitglieder des Managements bei der Erstpräsentation vor den interessierten Venture Capital Gesellschaften teilnehmen und jeder sollte sein Themengebiet erläutern.
  • Potenzial für einen Exit: Jede Beteiligung einer Venture Capital Gesellschaft ist auf einen mittelfristigen Zeitraum ausgelegt (3-6 Jahre). Das Management Team muss im Businessplan und bei der Erstpräsentation das mögliche Ausstiegsszenario in 3-6 Jahren aufzeigen. Dies kann bei entsprechender Unternehmensgrösse und Profitabilität ein IPO (Börsengang) sein oder durch einen Verkauf an einen Wettbewerber (“Trade Sale”) geschehen.

KP TECH Corporate Finance berät Unternehmen im Bereich Venture Capital und Finanzierung. Kontaktieren Sie Herrn Klumpp, Managing Partner der KP TECH unter Telefon direkt: +49 (0) 69 713786-15 oder per E-Mail unter klumpp “[at]” tech-corporatefinance.de (“[at]” durch @ ersetzen –> Spamschutz)

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Unsicherer Wirtschaftsausblick wirkt sich auf Beteiligungsmarkt aus

Freitag, 31. August 2012 14:46

“In unsicheren wirtschaftlichen Zeiten sind Investoren vorsichtig und halten sich mit neuen Engagements zurück” so das Zitat des Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), Matthias Kues über die Statistik und die Ergebnisse zum zweiten Quartal 2012.

Im zweiten Quartal 2012 lagen die Private Equity-Investitionen (PE) in deutsche Unternehmen mit 594 MEUR gut ein Drittel unter dem Wert des Vorquartals mit 960 MEUR, so das Ergebnis der Analyse des BVK.

Im ersten Halbjahr lagen die Venture Capital-Investitionen (VC) mit 240 MEUR ebenfalls rund ein Viertel unter dem Ergebnis des vorherigen Halbjahres. Auch die Buy-Out-Investitionen erreichten mit einem Volumen von 1.160 MEUR nur etwa die Hälfte zu den vorangegangene sechs Monaten mit einem Volumen von 2.133 MEUR. Die Investitionen bei den Minderheitsbeteiligungen (Growth, Turnaround, Replacement) halbierten sich, so der BVK, ebenfalls von 315 MEUR auf 153 MEUR.

Nach Informationen des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) sind in Deutschland mehr als 200 Beteiligungsgesellschaften aktiv. Diese halten mehr als 5.000 Beteiligungen an deutschen Unternehmen, die wiederum knapp 1,2 Millionen Mitarbeiter beschäftigen. Jedes Jahr, so die Analyse des BVK,  erhalten mehr als 1.000 deutsche Unternehmen Beteiligungskapital aus den Bereichen Venture Capital, Minderheitsbeteiligungen und Buy-Out. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen, so das Ergebnis des BVK, profitieren von diesem Kapital, da neun von zehn finanzierten Unternehmen weniger als 500 Mitarbeiter bzw. 50. MEUR Umsatz haben.

Weitere Details und Informationen zur BVK Statistik finden Sie beim Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)

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Unternehmensbewertung Start-up: Bewertung von Start-up Unternehmen bei Venture Capital Finanzierungen

Donnerstag, 5. Juli 2012 10:15

Bewertung von Start-up Unternehmen bei Venture Capital Finanzierungen

Jedes Start-up Unternehmen, welches sich auf die Suche nach einer Venture Capital Finanzierung macht, stellt sich die Frage: Wie viele Anteile sollen für die Venture Capital Finanzierung abgegeben werden und was ist das Start-up Unternehmen bei einer solchen Venture Capital Runde wert? Natürlich will man bei einer Venture Capital Runde nicht zu viele Anteile abgeben und sollte sich deshalb intensiv mit der Unternehmensbewertung befassen.

Unternehmensbewertungen werden in der Praxis anhand verschiedener Bewertungsverfahren durchgeführt. Praxisrelevante Verfahren der Unternehmensbewertung sind die Discounted Cash-flow Rechnung (DCF-Methode), vergleichbare börsennotierte Unternehmen („Peer Group“) und vergleichbare Transaktionen; im Falle der Bewertung eines Start-up´s am besten von vergleichbaren Venture Capital Investments in ähnliche Unternehmen. Sollten vergleichbare Investitionen in andere Start-up Unternehmen noch nicht stattgefunden haben, dann zieht man M&A-Deals von vergleichbaren Unternehmen heran. Die Kernfrage bei der Unternehmensbewertung eines Start-up´s ist nun, ob und welche der in der Praxis gängigen Verfahren relevant sind und ob diese aufgrund der nicht vorhandenen, oder sehr kurzen Historie des Start-up Unternehmens angewendet werden können.

Jede Unternehmensbewertung anhand der DCF-Methode verlangt eine mehrjährige Planung, die im besten Fall auf 10 Jahre angelegt sein soll. Bei einem Start-up sind derartige Planungen aufgrund der jungen und damit noch sehr flexiblen Geschäftsmodelle noch schwieriger als bei Unternehmen mit einer langjährigen Historie. Auch der anzuwendende Diskontierungszinssatz ist bei der Bewertung eines Start-up Unternehmens deutlich höher als bei anderen Unternehmen. Venture Capital Gesellschaften erwarten von Ihren Beteiligungen in der Regel eine Verzinsung beim Exit von 25%-50% pro Jahr. Diese führt im Ergebnis dazu, dass der Unternehmenswert eines Start-up´s beim Exit im Vergleich zum Zeitpunkt des Investments um den Faktor 8-10 höher liegen muss. Wir empfehlen trotz der Unsicherheiten in der Finanzplanung jedem Start-up Unternehmen eine Unternehmensbewertung anhand der DCF-Methode zu erstellen. Eine solche Bewertung führt bei den Gründern zu einer intensiven Auseinandersetzungen mit der Finanzplanung, den dahinter liegenden Prämissen und den Werttreibern in der Planung. Jeder Gründer, der sich derart intensiv mit den Prämissen und den Werttreibern auseinandergesetzt hat und damit ein detailliertes Verständnis über seine Finanzplanung entwickelt hat, kann bei Diskussionen mit Venture Capital Gesellschaften erheblich besser argumentieren. Weiterhin ermöglicht eine detailliert erstellte Finanzplanung mit Plan Bilanz, Plan GuV und Plan Cash-flow Rechnung die flexible Anpassung der Prämissen und Werttreiber im Rahmen der Gespräche mit Venture Capital Gesellschaften. (Beispiel DCF-Verfahren mit Excel)

Bei der Anwendung einer Peer Group der vergleichbaren börsennotierten Unternehmen stellen sich immer zwei Fragen: Welches Unternehmen ist vergleichbar? Inwieweit sind börsennotierte Unternehmen anders zu bewerten als Start-up´s ohne Historie? Die erste Frage lässt sich dahingehend beantworten, dass man sich als Gründer intensiv mit dem Markt und potenziellen Wettbewerb beschäftigt und möglichst eine Anzahl von 10 Peer Group Unternehmen zur Unternehmensbewertung auswählt. Durch die Anwendung von Multiples wird ein Vergleich mit dem eigenen Unternehmen gezogen. Multiples sind in der Regel: Umsatzmultiples, EBIT-Multiples, EBITDA-Multiples oder auch die Anzahl der User oder Umsatz pro Kunde etc.. Zwei Dinge sollten dem Gründer eines Start-up Unternehmens bei der Unternehmensbewertung anhand von Multiples vergleichbarer Unternehmen bewusst sein: 1. Aufgrund der fehlenden Historie, der kleinen Unternehmensgröße und der nicht Handelbarkeit der Anteile eines nichtbörsennotierten Unternehmens sind hohe Bewertungsabschläge auf den berechneten Unternehmenswert vorzunehmen; diese Bewertungsabschläge liegen in der Regel bei mindestens 50%. 2. Es gilt die „Goldene Regel“, dass derjenige welcher “das Geld bringt”, die Spielregeln aufstellt, was nichts anderes heisst, als das der potenzielle Venture Capital Geber letztendlich die Peer Group festlegen wird – und nicht nur diese! Wer damit nicht leben kann, der muss entweder in der Lage sein, über einen professionellen Berater einen Wettbewerb unter den Venture Capital Gesellschaften erzeugen oder er sollte sein Unternehmen ohne Venture Capital entwickeln!

Die beste Unternehmensbewertung eines Start-up´s ist die Bewertung anhand der bereits getätigten Investments in vergleichbare Start-up´s. Sieht eine Venture Capital Geber, dass zum Beispiel in den USA bereits eines oder mehrere vergleichbare Unternehmen finanziert wurden, dann hat der aufgrund seiner Datenbanken und Kontakte eine gute Chance, die Bewertungskennzahlen zu erfahren und er wird diese Bewertungskennzahlen auf das geplante Investment in ein vergleichbares Start-up anwenden – und er hat das gute Gefühl, dass zum Einen ein Markt vorhanden ist und zum Anderen dieser Markt so interessant zu sein scheint, dass andere Venture Capital Gesellschaften auch in vergleichbare Start-up´s investieren. Der Gründer eines Start-up´s kann entweder selbst über entsprechende Datenbanken und Kontakte die Bewertungskennziffern erfragen oder einen professionellen Venture Capital Berater einschalten, der über solche Zugänge verfügt und ihn im kompletten Prozess der Venture Capital Finanzierung berät.

Wir empfehlen den Inhabern von Start-up´s alle drei Bewertungsverfahren heranzuziehen, um eine Vorstellung über die Bewertungsspanne zu bekommen. Weitergehende Informationen zur Unternehmensbewertung, Bewertungsverfahren, etc. finden Sie hier: Artikel Unternehmensbewertung

Unsere Software Empfehlung für die Erstellung einer Unternehmensbewertung: Software Unternehmensbewertung

Neben der Frage der Verfahren der Unternehmensbewertung sollte man sich über die wichtige Fragestellung: „Pre-Money Unternehmenswert und Post-Money Unternehmenswert?“ bewusst werden und den Unterschied verstanden haben sowie bei Gesprächen mit Venture Capital Gesellschaften über Unternehmensbewertungen immer nachfragen, ob es sich um die Pre-Money oder Post-Money Bewertung handelt. Die Pre-Money Bewertung ist die Bewertung vor dem Einstieg des Investors. Wenn ein Investor sagt: ich investiere 2,5 Mio. EUR bei einem Pre-Money Unternehmenswert von 7,5 Mio, dann erhält er 25% der Anteile. Das Investment von 2,5 Mio. EUR erhöht den Unternehmenswert. Wenn der Investor sagt, dass er von einer Post-Money Bewertung von 7,5 Mio. EUR ausgeht, dann erhält er im vorgenannten Fall 33% der Anteile. Die Post-Money Bewertung wird angewendet, wenn das Investment den Unternehmenswert nicht erhöht, sondern die Existenz des Unternehmens sichert.

Abschliessend noch ein Hinweis: Bereiten Sie sich professionell vor und schaffen Sie Wettbewerb unter den Venture Capital Gebern und seien Sie sich bewusst, dass die absolute Unternehmensbewertung nur ein Aspekt unter vielen bei der Wahl des richtigen Venture Capital Gebers ist. Andere wichtige Aspekte, wie teilweise ungünstige Regelungen im Beteiligungsvertrag und das Branchen Know-how sowie die Marktkontakte sind oft wesentlich wichtiger, als ein paar Prozentpunkte mehr oder weniger der Anteile, die man in einer Finanzierungsrunde mit Venture Capital abgibt! Schalten Sie wenn möglich einen professionellen Venture Capital Berater ein! Hier finden Sie einen Artikel zum Thema: Inhalte eines Beteiligungsvertrags

KP TECH Corporate Finance berät Start-up Unternehmen im Bereich Venture Capital Finanzierung sowie der Erstellung von Businessplänen und der Ansprache von Venture Capital Gebern und der Verhandlung sowie Strukturierung von Venture Capital Beteiligungen. Kontaktieren Sie streng vertraulich Herrn Michael Klumpp, Managing Partner unter Telefon direkt +49 (0) 69 713786-15 oder per E-Mail: klumpp „[at]“ tech-corporatefinance.de (bitte „[at]“ durch @ ersetzen da Spamschutz). Profitieren Sie von mehr als 14 Jahren Erfahrung im Bereich Venture Capital und Unternehmensbewertung!

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Ausblick der Private Equity-Investitionen im Jahr 2012 ist verhalten optimistisch

Dienstag, 13. März 2012 13:22

“Der deutsche Beteiligungskapitalmarkt konnte sich 2011 trotz der europäischen Schuldenkrise und den unsicheren konjunkturellen Aussichten behaupten”, so das Zitat des Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), Matthias Kues auf der Pressekonferenz am 27. Februar 2012.

Im vergangenen Jahr 2011 wurden insgesamt 5,92 Mrd. EUR investiert (Vorjahr 4,86 Mrd. EUR). Mehr als drei Viertel davon entfielen auf Gesellschafter-Nachfolge so das Ergebnis des BVK. Die Anzahl der Transaktionen blieb dabei jedoch nahezu unverändert mit insgesamt 108 (Vorjahr 109). Ein Beleg für eine gestiegene Zahl größerer Transaktionen, so die Einschätzung des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Mit 0,69 Mrd. EUR lagen die Venture Capital-Investitionen unter den des Vorjahres mit 0,72 Mrd. EUR. Auch die Zahl der finanzierten Unternehmen blieb mit 879 (Vorjahr 965) unterhalb des Vorjahresniveaus. Mittelstandsorientierte Minderheitsbeteiligungen so genannte Growth-/Wachstums-, Replacement-, Turnaround-Finanzierungen, summierten sich auf 0,63 Mrd. EUR, so das Ergebnis der Analyse des BVK.

Nach Einschätzung des BVK, sind die Beteiligungsgesellschaften aber grundsätzlich zuversichtlich für das Jahr 2012. Das belegt die aktuelle Studie und Umfrage des BVK im Rahmen der „Private Equity-Prognose 2012“. Ebenfalls optimistisch fallen die Erwartungen hinsichtlich der Möglichkeiten aus, Beteiligungen erfolgreich zu veräußern. Nahezu die Hälfte der Befragten der Studie des BVK, geht von einer Zunahme der Unternehmensverkäufe aus. Tendenziell am zuversichtlichsten ist der Trade Sales Bereich mit Verkäufen an andere Beteiligungsgesellschaften.

Weitere Details und Informationen zur BVK Statistik finden Sie beim Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)

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